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Made in Germany, Teil 1: High-Performance von der ersten Idee bis zum serienreifen Ski
27. Juli 2010
Ein Völkl Ski ist ein leistungsfähiges Hightech-Sportgerät. Entsprechend hoch ist auch der Aufwand, den wir bei der Entwicklung betreiben. Als Skifahrer kann man kaum abschätzen, wie viel Zeit, Kreativität, Know-how und Testkilometer nötig sind, bis wir zufrieden sind – damit Sie zufrieden sind! In unserem „Made in Germany“ Report geben wir Ihnen einen Einblick.
Der erste Blick ist immer der über den Tellerrand
Das Wort „Ski“ beginnt mit „S“ wie „Sammeln“. Bei Völkl in Straubing gehört daher das erste Kapitel in der Skientwicklung dem freien Zusammentragen von Trends, Ideen und Strömungen. Grenzen spielen hier keine Rolle – auch nicht die von Branchen. Was tut sich gerade im Automobilbau? Was ist angesagt im Bike-Sektor? Aber auch bei Musik, Kunst Architektur darf „gewildert“ werden. Am Ende der inspirierenden „Stoffsammlung“ steht eine Produktvision: Zum Beispiel: „ein rennsportlicher Ski mit einstellbaren Fahreigenschaften“ oder „ein Einsteigerski, bei dem die Fahrperformance mit den Fortschritten des Fahrers mitwächst.“
Jetzt geht es um das „Wohin?“
Anhand der Vision werden bei Völkl die Anforderungen an den neuen Ski abgeleitet: Der Input für die Entwicklungsabteilung kommt aus allen Bereichen: Vom Produktmanagement, das die Richtung festlegt, über das Marketing, das mögliche Zielgruppen ins Auge fasst, bis hin zum Vertrieb, der bereits erste Kostenvorstellungen einbringt. Die Anforderungen legen wiederum die Rahmenbedingungen fest: So lässt sich aus der gewünschten Fahrperformance schon viel über die grundlegende Konstruktion ableiten: Welche Geometrie, welche Taillierung, welche Härte...?
Die Idee nimmt Formen an
Jetzt schlägt die Stunde der Abteilung Musterbau: Mit viel Know-how und Fingerspitzengefühl verwandeln sie die Vorstellungen erstmals in reale Objekte. Doch diese frühen Modelle sind noch entfernt von fahrfertigen Ski: Gerade bei sehr komplexen technischen Innovationen, wie etwa der Power Switch Mechanik, gibt es oft bis zu fünf oder sechs vollkommen unterschiedliche Lösungsansätze, die parallel entwickelt werden. Zweck der Muster ist eine generelle Abschätzung, ob eine Technologie den gewünschten Nutzen bringt. Es geht also um die Frage: Wie gut passen Vision und Lösung zusammen?
Frühe Systementwicklung – eine von vielen Völkl Stärken
Zu jedem Ski gehört eine Bindung. Bei vielen Herstellern wird diese jedoch erst am Schluss dem fertigen Ski „aufgestülpt“. Ganz anders bei Völkl. Dank der Allianz mit Marker wird die Integration einer optimalen Bindung bereits in einer sehr frühen Phase berücksichtigt. Mehr noch: In vielen Fällen bedingen sich Ski- und Bindungskonstruktion, so dass sie von Anfang an gemeinsam entwickelt werden. Wie bei iPT Wideride – der besonders breiten Bindung für die neuen Allmountain-Skimodelle von Völkl. Ein Paradebeispiel für ein perfektes System, bei dem das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile!
Es geht rund: Loopings für die Prototypen
Nachdem anhand der Muster eine generelle Entscheidung gefallen ist, welche (technischen) Wege weiter verfolgt werden, beginnt für die Skientwicklung ein aufwändiger Prozess: Prototypenbau, Tests, Feedbackrunden. Neue Prototypen, neue Tests, neue Erkenntnisse. In sich wiederholenden Schleifen, so genannten Loops, wird jeder Ski optimiert. Je nach Innovationsgrad und Komplexität können bis zu sechs Loops notwendig sein, bis das Ergebnis alle Erwartungen zufrieden stellt oder übertrifft. Typisch für Völkl sind hierbei die zahlreichen unterschiedlichen Testmethoden und die hohen eigenen Standards. Eine Garantie für ausgereifte Produktqualität!
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Die erste Originalform: stimmt das Paket?
Dabei muss nicht immer ein komplett fahrfertiger Prototyp untersucht werden. Je nach Testaufbau gibt es auch Modelle, mit denen ganz gezielt nur ein einziger Parameter (z.B. Sidecut) abgeklärt werden soll. Dies hat den Vorteil, dass sich auch minimale Auswirkungen im Fahrverhalten immer eindeutig zuordnen lassen. Sorgfalt à la Völkl. Erst wenn alle Parameter passen, hat der Ski das Zeug zur Serienreife. Die erste Original-Form kann gefräst werden. In ihr entsteht mit großem Aufwand die sog. Nullserie für die letzten Erprobungen. Jeder Arbeitsschritt und das Zusammenbringen von bis zu 50 Einzelteilen erfolgt hier in aufwändiger Handarbeit. Erst wenn das Paket stimmt und von allen Beteiligten freigegeben wird, können die Maschinen anlaufen.
Gut zu wissen
Völkl bringt jährlich eine Skikollektion mit rund 65 unterschiedlichen Skimodellen heraus. Davon sind etwa 25 Modelle komplette technische Neuentwicklungen, die in der Regel einen Entwicklungsvorlauf von eineinhalb Jahren haben. Pro Jahr werden in Straubing insgesamt rund 2.000 Prototypen und Muster von Hand gebaut.